Bausparvertrag - Wichtige Infos Tipps zum Bausparen
Wichtiges Wissen über Bausparverträge
Die Baufinanzierung
Wenn es um das Thema Bauen und die Finanzierung geht, kommt immer auch das
Gespräch auf den Klassiker, den Bausparvertrag. Doch wann ist ein Bausparvertrag sinnvoll, was bringt er für
Vorteile und welche Nachteile gibt es
unter Umständen? Für welchen Personenkreis ist ein Bausparvertrag geeignet und
welche Personen sollten lieber über
eine andere Sparform nachdenken. Dies ist individuell sehr unterschiedlich. Auch
aus diesem Grund ist eine
ausführliche Information unbedingt wichtig.
Was ist ein Bausparvertrag
Beim Bausparvertrag handelt es sich um einen Sparvertrag, den der Sparer mit
einer der vielen auf dem Markt
befindlichen Bausparkassen abschließt. Der Tarif wird dabei gleich zu Beginn
festgelegt. Entscheidet man sich für
einen höheren Sparzins, ist auch der Darlehenszins höher. Entscheidet man sichfür einen niedrigen Sparzins, ist
auch der Darlehenszins niedrig. Hier müssen Sie genau abschätzen was Sie wollen,
was Sie suchen und letztendlich,
was und ob Sie abschließen möchten. Der Abschluss eines Bausparvertrages ist
dann sinnvoll, wenn Sie eine Immobilie
finanzieren wollen oder in Zukunft beabsichtigen, ein Haus zu bauen oder eine
Wohnung zu kaufen. Der Bausparvertrag
darf ausschließlich für den Erwerb oder den Bau eines Objektes, für
Renovierungs¬-, Umbau- oder
Instandsetzungsmaßnahmen genutzt werden und der Abschluss ist demnach nur
sinnvoll, wenn Sie etwas in dieser
Richtung geplant haben. Auch für den Erwerb von Bauland kann der Bausparvertrag
verwendet werden. Es gibt noch
weitere Dinge, wofür er genutzt werden kann. Diese wohnwirtschaftliche
Verwendung ist allerdings erst seit 2009
vorgeschrieben. Die Verwendung ist bei der Auszahlung entsprechend nachzuweisen.
Wenn kein Bauspardarlehen in
Anspruch genommen wird und der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, wird jedoch
nicht nach der Verwendung gefragt.
Dies ist nur der Fall, wenn ein Bauspardarlehen in Anspruch genommen wird. Es
wird eine Summe x als Bausparsumme
vereinbart und zu einem festgelegten Zinssatz angespart. Die Differenz zu dem
Auszahlungsbetrag und der
abgeschlossenen Bausparsumme wird dann als Bauspardarlehen gewährt.
Sie sollten
zudem wissen, dass ein
Rechtsanspruch auf das Bauspardarlehen besteht, dass Sie sogar vererben können.
Ideal ist, dass Sie die
Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie in den Bausparvertrag
einfließen lassen können. Die
Arbeitnehmerzulage wird von vielen Arbeitgebern immer noch gewährt und kann
bereits einen Großteil des monatlich
einzuzahlenden vereinbarten Betrages sein. Die Wohnungsbauprämie kann jährlich
beantragt werden und ist vom
Einkommen abhängig. Wenn das Einkommen zu hoch ist, wird diese Zahlung nicht
gewährt. Zudem kann man beim
Bauspartarif unter mehreren Varianten wählen. Der Bauspartarif legt fest, welche
Zinssätze, wie zum Beispiel Spar-
und Darlehenszins, gewährt werden, er legt die Dauer der Ansparzeit fest, die
Tilgungszeit, unter Umständen die
Mindestvertragsdauer oder auch das Mindestguthaben bei der Zuteilung und vieles
mehr fest. Deshalb sollte man sich
vor Abschluss eines Bausparvertrages ausführlich über die verschiedenen
Varianten informieren und sich entsprechend
beraten lassen. Die Tarife sollten dann individuell auf Ihre Bedürfnisse
abgestimmt sein. Ein üblicher Tarif des
Bausparvertrages liegt zwischen 18 und 20 Jahren; die Ansparzeit beträgt etwa
acht Jahre.Der Bausparvertrag gliedert sich in drei Phasen, die Ansparphase, die Zuteilung
und die Darlehensphase. Während der
Sparphase wird durch das Sparen in den Bausparvertrag, das vertraglich
vereinbarte Mindestsparguthaben angespart.
In der Regel besteht die Verpflichtung, je nach Bauspartarif, zwischen drei und
zehn Promille einzuzahlen. Dabei
ist es egal, ob monatlich oder vierteljährlich eingezahlt wird, auch das können
Sie individuell vereinbaren.
Wenn man nicht die erforderlichen Beträge in den Bausparvertrag einzahlt, ist es möglich, dass die Bausparkasse den Vertrag kündigt, da die Bedingungen nicht erfüllt werden. Irgendwann kommt es dann zur Zuteilung des Bausparvertrages durch die Bausparkasse. Dann ist es möglich, dass Sie sich das Guthaben oder das Guthaben zuzüglich des Bauspardarlehens auszahlen lassen. Wenn Sie sich nur das Guthaben auszahlen lassen, ist das völlig problemlos möglich. Wenn Sie jedoch das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchten, werden bestimmte Nachweise gefordert, die Sie dann der Bausparkasse vorlegen müssen. Eine Zuteilung des Bausparvertrages erfolgt dann, wenn die vorher mit Vertragsabschluss festgelegten Kriterien erfüllt sind. Bei Vertragsabschluss des Bausparvertrages wird eine Abschlussgebühr von normalerweise 1 % der Bausparsumme fällig. Wenn Sie kein Darlehen in Anspruch nehmen, wird Ihnen dieser Betrag wieder gut geschrieben. Normalerweise ist eine der Kriterien für den Bausparvertrag ein Mindestguthaben in Höhe von 40 oder 50 % der vereinbarten Bausparsumme. Die Bausparkasse bewertet Ihren Bausparvertrag nach gewissen Bewertungszahlen, die Sie für die Zuteilung benötigen. Durch zusätzliche Einzahlungen können Sie diese Bewertungszahl unter Umständen bereits zu einem früheren Zeitpunkt erreichen. Darüber wird Sie Ihr Vertreter von der Bausparkasse ausführlich informieren. Es gibt zudem eine Mindestansparzeit. Diese beträgt je nach Vereinbarung und Bausparvertrag zwölf bis 60 Monate. Es ist wichtig, dass Sie die Bewertungszahlen erreichen, denn diese hat bei der Zuteilung oberste Priorität. Die Bausparkassen können nur das auszahlen, was vorhanden ist und so kommen diejenigen mit der höheren Bewertungszahl schneller zum Zug. Eine Auszahlung erfolgt normalerweise jeweils zum Quartalsende. Zum Schluss kommt dann die Darlehensphase, wenn Sie sich dazu entschließen, ein Darlehen in Anspruch zu nehmen. Wichtig zu wissen ist, dass Ihre Abschlussgebühr weg ist und nicht gut geschrieben wird.
Bei
einem Bausparvertrag in Höhe von 100.000 Euro handelt es sich dabei um 1.000
Euro, die im Prinzip "verloren" sind.
Die Darlehensphase ist für die Tilgung des Darlehens gedacht. Der Zinssatz, der
dann fällig wird, wurde bereits mit
Vertragsabschluss festgelegt. Dies ist heute manchmal ein Problem, da die
Zinssätze auf dem Markt derzeit auf einem
Tiefstand sind und der Bausparzins des vor Jahren abgeschlossenen
Bausparvertrages unter Umständen höher ist. Dann
sollten Sie einfach auf die Darlehensauszahlung verzichten und sich ein
Hypothekendarlehen nehmen. Den Sparbetrag
können Sie natürlich für Ihre Pläne einsetzen. Ein Bauspardarlehen ist sehr
flexibel in der Rückzahlung. So können
Sie jederzeit eine zusätzliche Zahlung vornehmen oder das Bauspardarlehen
komplett zurückzahlen. Es fallen keine
Vorfälligkeitszinsen an, wie das bei einem über die Bank aufgenommenen
Hypothekendarlehen der Fall ist, an. Da sich
auch die Bausparkassen absichern wollen und müssen, wird das Bauspardarlehen
nachrangig im Grundbuch eingetragen.
Das ist jedoch normalerweise erst ab einer bestimmten Summe erforderlich, sodass
kleinere Darlehen als
Blankodarlehen ausgezahlt werden. Der Zinssatz des Bausparvertrages bleibt über
die gesamte Laufzeit gleich und
verändert sich nicht, sodass es sich bei dem Bauspardarlehen ebenfalls um ein
Annuitätendarlehen handelt. Die
Tilgung ist jedoch höher als bei einem Hypothekendarlehen über eine Bank. Dort
ist die Mindesttilgung 1 %, beim
Bauspardarlehen beträgt sie zwischen 2,4 und 10,8 %. Somit ist das
Bauspardarlehen dann natürlich auch in einer
wesentlich kürzeren Zeit abgelöst. Allerdings sollte man bedenken, dass die
monatlichen Belastungen auch höher
sind. Vielfach wird verlangt, dass mit dem Bauspardarlehen eine
Risikolebensversicherung abgeschlossen wird, um das
Darlehen abzusichern. Das hat große Vorteile, denn so ist das Darlehen im
Todesfall abgesichert und wird getilgt.
Die Beträge für die Risikolebensversicherung müssen somit mit eingerechnet
werden, aber Sie können sich dadurch
natürlich wesentlich sicherer fühlen. Die Risikoversicherung ist jedoch im
Effektivzins bereits eingerechnet. Wenn
Sie keine Risikolebensversicherung über die Bausparkasse abschließen möchten,
können Sie auch jede andere
Lebensversicherung für die Zeit des Abtrages an die Bausparkasse abtreten.
Möglicherweise haben Sie bereits eine
Lebensversicherung oder die von der Bausparkasse vorgeschlagenen ist Ihnen zu
teuer. Falls Sie bereits vor der
Zuteilung des Bausparvertrages an Ihr Geld müssen, ist dies über ein
Vorausdarlehen oder eine Zwischenfinanzierung
möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit Abschluss des Bausparvertrages
bereits die später zu zahlenden
monatlichen Raten feststehen oder festgelegt werden können.
